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Wer Doping sagt, der sagt auch Radsport.Das Gesicht des heutigen Radsports formten italienische Ärzte. Auch der Schweizer Tony Rominger, war ihr dabei. Jetzt gibt es neue Spuren. Der Rennfahrer schildert die Hintergründe des grössten Missbrauchs illegaler Substanzen im Radsport. Weiter…
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1 Kommentar zu “Doping im Radsport”
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Zum Anlass der Tour de France sind die Medien, und die von denen kontrollierte Öffentlichkeit, wieder einmal über die Radprofis hergefallen.
Einige Tatsachen scheinen aber immer unter dem Tisch zu fallen:
1. Eine Tour über 3000 km ist eine sehr anstrengende Sache und verlangt neben guter Vorbereitung auch ensprechende Maßnahmen, die dabei helfen sollen, die Erholung zwischen Etappen zu beschleunigen. Dabei meine ich selbstverständlich nicht den Einsatz von Stereoide, Testosteron oder Blutdoping. Z.B. Grosse Antrengungen erzeugen ein hohes Noveau an Harnsäuere, die beseitigt werden muss. Normalerweise kann dies über Tage dauern. Wenn man sowas nicht zulässt, ist so wenn einer sein Kamin nie sauber macht ehe das Feuer wieder anzündet: Die Schlacke häuft sich an, bis kein Holz mehr in den Brennraum passt.
2. Absolute Chancengleichheit im Sport (egal in welchem) GIBT ES NICHT. Die Unterschiede sind es: angeborene hohe Sauerstoffkapazität, mehr Trainingsaufwand, besserer Trainer, der den Sportler nicht nur ermüden lässt, Einsatz modernere Methoden, großer Einsatzwille, usw. Alle diese stellen eine absolute Chancengleichheit zu Beginn eines Wettkampfes total in Frage.
3. Die Tour de France (oder andere Strassenrennen) ist nur oberflächlich ein Sportereignis. In der Wirklichkeit und seit Beginn der Fernsehübertragung ist sie hauptsächlich ein als Volksfest verkleidetes Werbeereignis durch das das meiste die Medien und die Sponsoren verdienen. Zweck der Tour de France ist es, eine hohe Zuschauerzahl zu sichern, damit die Werbung um so besser klappt. (Rein kommerzielles Interesse der Medien)
4. Eine hohe Zuschauerzahl kann nur dann gesichert werden, wenn die Ereignisse mit viel Sensation, hohen sportlichen Leistungen, Rekorde aber auch mit Skandalen gefüllt sind.
5. Daher kommen die Fahrer immer mehr unter Leistungsdruck, auch direkt von der Mannschaftsführung, die den Sponsoren es schulden, möglichst häufig das Trikot der Mannschaft auf dem Fernsehbild erscheinen zu lassen.
6. Die Fahrer sind in dieser Schau nur noch Schauspieler, Werbe- und „Wasser“träger von denen die Öffentlichkeit (und die Sponsoren) eine Menge erwarten. Oder würden die Zuschauer gerne eine Tour anschauen, wo die Durchschnittsgeschwindigkeit 30km/h ist? Und keine Rekorde fallen? Und keiner mit Doping erwischt wird? Und keiner innerhalb drei Wochen auch nur einmal gelogen hat?
7. Die Fahrer werden unter diesem Druck, und mit Hilfe der Mannschaftsführung und der Ärzte zum Doping greifen. Oder hat der Vinokurov sich selbst eine Bluttransfusion gegeben? (Wer immer diese beschlossen hat, muss ganz blöd sein, da bekannterweise sowas heute sofort auffliegt. Oder war es absichtilich gemacht, um damit mehr Werbeeffekt zu erzielen?)
8. Wer sind WIR, (die Öffentlichkeit+Media), samt bellenden Politikern und anderen, sich zu profilierenden Moralschwätzern, ein Urteil über die Fahrer zu fällen, sie aufzuhängen dafür, weil sie genau das tun was WIR für sie in ihren ausgewählten Jobs und Rollen unterjubelt haben?
9. Ich habe die Tour bis jetzt mit grossem Interesse verfolgt. Damit ist jetzt Schluss. Wir müssen das große Werbeereignis schliessen, die Tour de France wieder zum Volksfest werden zu lassen; Dann werden die Radsportler nicht mehr dazu gezwungen sein, sich mit unerlaubten Mitteln zu behelfen.
10. Nicht nur Radprofis behlfen sich mit unerlaubten Mitteln. In allen Sportarten haben Aufputschmittel in irgendeiner Form eine Rolle gespielt. Vielleicht auch bei Schachspielern, nur sie werden nicht geprüft. Wie oft werden Fussballspieler auf Drogen geprüft?? Dort kann einer u.U. auch mit Haschisch spielen. Oder sind nur leistungsfördernde Drogen verboten? Wem nutzt diese Doppelzüngigkeit? Alkohol im Blut fördert auch nicht die Fahreigenschaften des Autofahrers. Wenn er jedoch mit ein wenig erwischt wird, bekommt er eine Strafe, die im Verhältnis mit der Starftat (Grad der Beeinflussung) steht und wird nicht gleich öffentlich aufgehängt oder aus seinem Job und Lebensunterhalt getrieben.
11. Die Mannschaftsführung ist in dieser Sache genauso (oder gar mehr) verwickelt wie der Radprofi. Wenn er auffliegt, lässt man ihn wie einen heißen Kartoffel fallen. Gestern noch bejubelter Nationalheld, heute nur noch ein Stolperstein. Wie das Beispiel Rasmussen zeigt, auch dann, wenn er nachweislich keine unerlaubten Mitteln genommen hatte. Er wurde geopfert, weil er gelogen hat. Danach müssten alle Politiker das gleiche Schicksal erleben! Nun, das ist keine so schlechte Idee!
11. Ich bin ein 64 Jahre alter Altersklassen-Triathlet und habe in den 20 Jahren selbst kein Doping gebraucht. (Ausser Bier. War auch nie im Fernsehen trotz 10 Nationalen Titeln!) Ich habe jedoch Verständnis für die Probleme und mir tuen die Fahrer leid! Ich bin auch gegen gesundheitsschädlichen Doping (Hormone, Stereoide, Blutdoping, usw.) halte jedoch die lange Liste unerlaubten Mitteln für einen Schwachsinn. Da blickt keiner mehr durch. „Welchen Hustensaft darf ich nehmen?“ Die Dopingkontrolle hat sich hier selbst ein Hindernis gestellt und stolpert andauernd daran.
12. Die Medien sollten sich überlegen, ob sie nicht mit aufgehängt werden sollten für die enstandenen Schäden!! Weil die tatsächlichen gesundheitlichen Schäden enstehen meist beim Fahrer selbst. Die Medien kümmern sich anscheinend um diese Probleme nicht, sonst würden sie „Sportereignisse“ wie STRONGMEN“ erst gar nicht übertragen. Dort zeigen sie Leute, die von den eingenommenen Mitteln, gehobenen Gewichten, Lebensweise, Ernährung, Übergewicht schnell krankenhausreif werden. Wem sollten die Strongmen als Leitbild gelten? Ist dies nur, um die Zuschauerzahl zu sichern?
13. Die Hexenbrennerei gehörte dem Mittelalter. Wollen Politiker und Medien jetzt eine Neuaufführung veranstalten? In Gerüchteküchen kocht man sich etwas zusammen und verkauft es als Tatsache. (Gerard Holtz im französichen Fersehen, Interviews mit Rasmussen)
14. Sind die ehemaligen Helden wie Fignon und Jalabert, die im französichen Fersehen heute kommentieren, sich sicher den Stein an die heutigen Fahrer zu werfen? Waren sie IMMER SAUBER? Nach den Gerüchten, die verbreitet werden, kann ich nicht sicher sein!
Georg am 26. Juli, 2007