Der «Skriptflicker» Saul Karoo, ein reicher, übergewichtiger, kettenrauchender Alkoholiker. Karoo schreibt schlechte Drehbücher um, verachtet seinen Job und steckt in einer tiefen Sinn- und Lebenskrise, die er mit ausreichend Alkohol verdrängt. Im Privatleben wird er genau von jenen banalen Problemen gequält, die er hartherzig aus den langweiligen Drehbüchern herausstreicht. Ganz besonders plagt ihn eine Angst vor Intimität, vor allem jene seines adoptierten Teenagersohns Billy. Ausserdem leidet er am nüchternen Blick: Karoo kann nicht mehr betrunken werden. Je mehr er in sich reinkippt, desto klarer sieht er und desto unerbittlicher entlarvt er sein ganzes Elend und jenes der Welt. Das Meisterwerk «Abspann» von Steve Tesich, schuf der Autor eine Figur, die so umwerfend unsympathisch ist, dass man sich ihrer Faszination einfach nicht entziehen kann. Über sich selbst sagt der Zyniker Karoo: «Ich weiss alles, nur nicht, wie ich aufhören soll, so zu sein, wie ich bin.» Eines Tages kommt er der Mutter seines vernachlässigten Adoptivsohnes auf die Spur und beschliesst, Liebe zu empfinden und Glück zu stiften. Doch statt im Happy End – wie das die Traumfabrik Hollywood und Karoos Skripts so schön demonstrieren – endet alles in einer Katastrophe. Abspann von Steve Tesich, Umfang 576 Seiten.
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