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Die Wurzeln des Detektiv- und Kriminalromans liegen im 18. Jahrhundert, wo die Vertreter der Aufklärung den Glauben an überirdische Kräfte ablösten und die Erkenntnisse aus der Beobachtung über alles stellten. Sie verwissenschaftlichten die gesamte Lebenswelt, um den ihren Gesetzmässigkeiten auf die Spur zu kommen. Paradebeispiel dafür ist Detektiv Sherlock Holmes, kreiert vom Krimischreiber Arthur Conan Doyles. Er löst durch reine Vernunft und auf der Grundlage von Fakten die geheimnisvollsten Fälle vom Schreibtisch aus, was ihn zum so genannten «armchair detective» (wörtlich übersetzt: Lehnstuhl-Detektiv) macht. Bei dieser Art der Verbrechensaufklärung interessiert nur, wer der Mörder ist – der Grund für die Tat ist zweitrangig und wird nach des Rätsels Lösung in wenigen Sätzen abgehandelt.
Amerikanische Privatdetektive wie Philip Marlowe lösten in den 1930er-Jahren die Figur des anständigen und biederen Holmes ab. Heute gibt es viele Krimivarianten: Neben Historien-, Regional- und Frauenkrimis haben Psychothriller Hochkonjunktur. Dort ist der Täter meist auch die Hauptfigur. Der Leser erlebt seine Taten Seite für Seite mit und lernt dabei menschliche Abgründe kennen. Eine andere beliebte Form mischt psychologische Erzählung und kriminalistische Fallbeschreibung. Im Mittelpunkt steht der Ermittler – meist ein Serienheld, der wie Donna Leons melancholischer Polizist Guido Brunetti beträchtliche menschliche Schwächen aufweist.

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