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Zeit der Besinnung, aber auch Zeit des Schenkens, der glänzenden Kinderaugen, der Freude. Es duftet nach Ingwer und Kardamom, nach Mandarinen und Lebkuchen.
Alle Kinder, auch solche anderer Religionen, freuen sich, hauptsächlich der Geschenke wegen. Gönnen wir ihnen die Freude. Vielleicht lässt der islamische Vater sein Kind, trotz anderem Glauben, am „Samichlaus-Treff“ im Wald, und am Kerzenziehen in der Kirche teilnehmen. St. Niklaus ist nicht «Religion». Ein alter Brauch, ein Vergnügen für Kinder. Glauben an den St.Niklaus, nein, müssen sie nicht. Schön, wenn sie es noch tun. Wachsen sie aus den Kinderschuhen, werden ihnen früh genug unangenehme Wahrheiten wie ein kratzender Pullover übergestülpt.
Integration, Sozialstaat, Schlagwörter der Wahlen vom Oktober 2007, passen nicht in die Weihnachtszeit. Den Integrationspreis 2006 hat übrigens der Verein «Haus der Religionen, Dialog der Kulturen» für besondere Verdienste um tatsächliche Integration der Migrationsbevölkerung der Stadt Bern erhalten. Weihnachten ist also kein Zusammenprall der Kulturen. Vergessen wir nicht, es gibt auch Landsleute, welche die «Sozialkohle» als etwas Abstraktes sehen, das überreichlich aus irgendeinem anonymen Nichts sprudelt und einem zusteht. Die «soziale Hängematte», konnte man nachlesen. Ich weiss, manchmal gleicht das Budget einer zu kurzen Bettdecke. Zieht man da, friert man dort.
Mein Budget bleibt im Gleichgewicht. Bescheidene Kleinigkeiten statt kostspieliger Geschenke. Sollte mein Mann trotzdem mit Diamanten antanzen, wäre das Wasser in die Reuss geschüttet. Ich könnte sie von Glasscherben nicht unterscheiden. Trotzdem freue ich mich auf Weihnachten. Weniger hingegen über die unzähligen Bettelbriefe mit unbrauchbarem Inhalt. Zusammen gerechnet ergäben sie einen schönen «Netto-Batzen», zu verwenden für Direkthilfe an wirklich Bedürftige, welche noch keiner „sozialen «Hängematte» begegnet sind.
Ich jedenfalls wünsche allen, wirklich allen ein schönes Weihnachtsfest.
Text: Martha Rink
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