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Als vor elf Jahren der erste MP3-Player namens Rio auf den Mark kam, kostete er über 200 Dollar, sah scheisse aus und schaffte gerade mal eine Stunde Musik. Man musste sich wirklich keine Sorgen machen.
«Die CD wird nicht aussterben» proklamierten damals die Musikverlage. MP3 sei bestenfalls eine Ergänzung des bestehenden Angebots. «Die Leute brauchen das Einkaufserlebnis, das Rascheln der Verpackung, den Geruch neuer CD’s»,  hiess es damals. Daraus ist allerdings nichts geworden. Die Realität hat dieses Modell längst zerstört.
An den Leipiziger Buchmesse erscheint der neue eBook-Reader von Sony. Amazon hat die zweite Auflage des eBook-Readers Kindle präsentiert. Handy-Hersteller rüsten Ihre Geräte zu eBook-fähigen Geräten auf. Nur wenige Buchhändler und Verleger fühlen sich dadurch bedroht. «Wer will schon auf das Rascheln der Seiten oder auf den Geruch druckfrischer Seiten verzichten»?
Aus dem Tod der Musikindustrie scheint man nichts zu lernen. Der Erfolg von eBooks auf dem amerikanischen Markt zeigt klar, was abgeht. Nicht nur Schwergewichte wie etwa Stephen King und
Paulo Coelho, produzieren für den eBook-Markt. Werden teure und schwere Hardcover den zukünftigen Leser überzeugen, oder wird er sich Literatur für wenig Geld aus dem Netz aufs Handy oder den eBook-Reader holen? Dass von den digitalen Formaten keine Gefahr für das gedruckte Buch ausgehe, das glauben wohl doch nur noch ewig gestrige Buchhändler.

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